Heimtierdiplom

45. Woche - Igel




Igel sind keine Heimtiere! Sie stehen unter Naturschutz und dürfen nach dem Bundes-naturschutzgesetz und der Bundesartenschutzverordnung nicht in Gefangenschaft gehalten werden. Ausnahme - verletzte, kranke oder hilflose Tiere dürfen bis zur Genesung aufgenommen werden. Das gilt auch für Tiere, die im Herbst ein Körpergewicht <500g aufweisen und somit keine oder nur geringe Überlebensaussichten in freier Natur haben. Sobald sie überlebensfähig sind (spätestens mit Abschluß der Winterperiode), müssen sie wieder in die Freiheit entlassen werden.
Beträgt das Körpergewicht des Igels im Spätherbst 600g oder mehr, sollte er in der freien Natur überwintern. Ab einem Körpergewicht <500g reicht eine Kontrolle auf Parasiten und gegebenenfalls eine Behandlung dagegen aus, um selbständig über den Winter zu kommen.

Haltung:
Die meisten Igel sind mit Parasiten befallen, sowohl äußerlich als auch innerlich. Äußere Parasiten sind u.a. Flöhe und Zecken, manchmal auch Fliegenmaden. Zecken und Maden werden mit einer Pinzette entfernt. Bei Flöhen wird der Igel mit einem Insektizid besprüht (fragen sie Ihren Tierarzt) und dann warm gebadet. Auch Milben auf der Haut oder in den Ohren kommen vor.
Im Darm lebende Parasiten können anhand einer Kotprobe festgestellt werden, dabei müssen sie nicht unbedingt Durchfall verursachen.
Ab Temperaturen um die 12°C treten schon erste winterschlafähnliche Phasen auf. Igel können aber auch bei ca. 20°C ohne Winterschlaf ungefährdet überwintern. In der Winterruhe verlangsamen sich Herzschlag und Atemfrequenz, die Körpertemperatur sinkt ab. Verschläft der Igel den Winter, sollten Temperaturen bis max. 6°C herrschen, darüber wechselt der Igel zu oft zwischen Wach- und Schlafzustand, was zum Verfall führen würde, da er kein Futter aufnimmt.
Erwachsene Igel sind Einzelgänger, nur Jungtiere können noch zusammen gehalten werden. Sie lieben Höhlen, die man mit einem niedrigen Karton und Zeitungspapier nachbauen kann. Als Untergrund dient Holz ebenfalls mit Zeitungspapier ausgelegt.

Der "normale" Igel:
Die hochempfindliche Riechschleimhaut muß feucht sein, so daß eine feuchte Nase normal ist. Auf Grund des sehr guten Gehörs sind Igel bei bestimmten Lauten geräuschempfindlich. Bei Gefahr sind Igel weniger fluchtbereit, sie rollen sich eher zusammen und beißen auch schnell (und mehrmals) zu. Das "Selbstbespeicheln" ist ein Teil der Sinnestätigkeit des Igels und kein Ausdruck von Tollwut.
Tagsüber ruhen die Igel, erst abends und nachts werden sie aktiv und benötigen dann viel Raum zum bewegen (2m2).

Standort: Kellerräume

Ernährung:
Igel sind Insektenfresser. Angeboten werden können: Dosenfutter von Hund und Katze, Hackfleisch, gekochte Eier, Obst (Bananen, Birnen, äpfel), Futterkalk
Ballaststoffe: gekochte Möhren, getrocknete Garnelen, Knorpel von Hühnerknochen. Frisches Wasser (nie Kuhmilch, auch nicht verdünnt), sollte stets bereit stehen. Mehlwürmer können ab und zu gegeben werden, aber keine Insekten, Schnecken oder Regenwürmer aus der Natur, sie könnten Parasiten übertragen. Futterzusätze: Vitamine, Mineralstoffe. Die maximale Futtermenge beträgt ungefähr einen gehäuften Eßlöffel pro Tag.

121) Was sollte das Mindestgewicht eines Igels im Spätherbst sein?
a) 400g
b) 500g
c) 800g

122) Igel sind
a) tagaktiv
b) nur bei Regen aktiv
c) nachtaktiv

123) Igel
a) dürfen als Haustiere gehalten werden
b) sind geschützte Wildtiere
c) dürfen in Ausnahmefällen zeitlich begrenzt gepflegt werden.



Stand 21.10.2005