Ein Leben lang Unzertrennlich
Männchen und Weibchen dieser temperamentvollen Zwergpapageien bleiben nach
der Paarbildung ein Leben lang zusammen. Diese Paare sitzen fast immer eng
beieinander und putzen sich gegenseitig mit liebevollem Eifer. Dieser
ausdrucksvollen und engen Paarbildung verdanken die kleinen Papageien ihren
Namen Unzertrennliche und Liebesvögel. Liebesvögel ist die Übersetzung des
wissenschaftlichen Gattungsnamen Agapornis (griech: agape = Liebe,
ornis = Vogel). In Frankreich nennt man sie Inséparables und im engl.
Sprachraum "lovebirds".
Mit dem erwählten Partner bleiben die Vögel lebenslang zusammen. Stirbt ein
Partner sucht der andere häufig eine neue Bindung. Agaporniden sind gut Flieger,
in Freiheit fliegen sie oft mehrere Kilometer am Tag. Sie besitzen eine helle,
laute Stimme, die für menschliche Ohren nicht immer angenehm ist. In freier
Natur dient sie der Kommunikation, mitunter über viele Kilometer Entfernung.
Trotz des liebevollen Umgangs untereinander sind Agaporniden auch heftige
Kämpfer. Andere Artgenossen oder Vogelarten werden durch heftige Angriffe
attackiert, deshalb ist es nicht ratsam sie mit anderen Vogelarten in einer
Voliere zu halten.
Für Anfänger eignen sich Rosenköpfchen, Schwarz- und Pfirsichköpfchen, sie
sind robust und leicht zu halten.
Arten
Man unterscheidet 2 Gruppen:
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a)
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Arten mit weißem Augenring
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- Schwarzköpfchen, Pfirsichköpfchen, Rußköpfchen, Erdbeerköpfchen
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b)
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Arten ohne weißen Außenring
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- Rosenköpfchen, Bergpapageien, Grauköpfchen, Orangeköpfchen, Grünköpfchen
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Herkunft:
Die Heimat der Unzertrennlichen sind die Steppen und Savannen Afrikas.
Grauköpfchen sind als einzige Art auf Madagaskar beheimatet.
Rosenköpfchen wurden 1793 entdeckt, 1817 erstmals wissenschaftlich
beschrieben und 1860 durch Hagenbeck nach Deutschland eingeführt. 1869
gelang durch Brehm im Berliner Zoo die Erstaufzucht in Deutschland. Heute
gehören sie zu den häufigsten gehaltenen und nachgezüchteten
Zwergpapageien.
Vogelheim:
Wie der Name aussagt, sollen Unzertrennliche nur paarweise gehalten werden.
Das ideale Pärchen besteht aus Hahn und Henne, nur dann ist eine reibungslose
Kommunikation unter den Partnern gewährleistet. Gleichgeschlechtliche Pärchen
können sich zwar arrangieren, aber früher oder später kommt es zu Reibereien.
Vogelkäfige können nie zu groß sein, sind aber häufig zu klein. Eine Zimmer-
oder Gartenvoliere wäre ideal. Ein Kletterbaum oder ein Freisitz im Zimmer sollte
nicht fehlen. Für ein Pärchen sollte ein Käfig mindestens 70x30x50cm groß sein,
aus unbeschichtetem Metall bestehen und waagerechte Gitterstäbe haben. Runde
Käfige sind ungeeignet. Die Bodenschale sollte aus schlagfestem,
hitzebeständigen Kunststoff bestehen.
Als Sitzstangen sind am besten Naturzweige mit verschiedenen Durchmessern
(ab 15 cm) geeignet. Die Vögel können sich mit Rinde, Knospen und Blättern der
Naturäste beschäftigen. Die Äste sollten jedoch nicht starr im Käfig befestigt
werden, sondern sollten federn können und dem Gewicht der Vögel nachgeben.
Besonders geeignet sind Äste von Weide, Birke, Ahorn, Holunder, Eiche, Linde,
Buche, Haselnuß und Obstbäumen. Die Vögel sollten trotz Ästen immer noch
genug Freiraum zu Fliegen behalten. Schaukeln, Ringe, Leitern und Seile aus
Baumwolle oder Hanf sind auch als Sitzgelegenheit und als Spielzeug geeignet.
Es ist gesund für die Füße, trainiert die ganze Muskulatur und beschäftigt
die Tiere. Als gutes Versteck und Klettergerät eignen sich Naturkorkröhren
aus dem Fachhandel.
Als Rückzugsort sollte ein Schlafhäuschen, evtl. mit Nistgelegenheit, im oberen
Käfigteil angebracht werden.
Da Agaporniden gerne baden sollte in jeder Unterkunft eine flache Schale mit
abgestandenem Wasser stehen. Als Käfigeinstreu eignet sich handelsüblicher
Vogelsand, er wird außerdem als Verdauungshilfe benötigt.
Eingewöhnung:
Der Standort für den Käfig soll möglichst hell, zugluftfrei und sonnig sein.
Vermeiden Sie grelle Sonneneinstrahlung. Ein Platz in unmittelbarer Nähe des
warmen Heizkörpers ist nicht geeignet. Am sichersten fühlen sie sich in einer
Ecke oder Nische. Der Käfig sollte nie direkt auf dem Boden stehen. Sondern
sollte so positioniert sein, dass der oberste Sitzast höher ist als das größte
Familienmitglied.
Beschäftigen Sie sich mit den Vögeln, treten Sie langsam an den Käfig,
sprechen Sie leise zu ihm, vermeiden Sie hastige Bewegungen. Versuchen Sie
bitte mit Geduld, den Vögeln Leckerbissen wie Obst durch die Gitterstäbe zu
füttern, um ihnen so die Scheu vor der Hand zu nehmen. Handzahm wie andere
Papageien werden nur wenige.
Nach Eingewöhnung gestatten Sie ihnen einen Freiflug im Zimmer, bei
geschlossenen Fenstern und Vorhängen. Zwingen Sie die Vögel nicht, den Käfig
zu verlassen, öffnen Sie nur die Käfigtür und überlassen Sie es ihnen, wann
sie die Geborgenheit ihres Käfigs verlassen wollen. Sie sollten möglichst
hoch im Raum einen Spiel- und Landeplatz aufstellen, um die Vögel von Ihren
Möbeln fernzuhalten.
Ernährung:
Im Handel angebotene Fertigfutter für Agaporniden enthalten eine Vielzahl
verschiedener Körnerarten und sind als Grundfutter gut geeignet. Als
Abwechslung kann man 1-2 mal die Woche Kolbenhirse anbieten. Zusätzlich
sollte man Grünfutter geben, es enthält viele Vitamine und Mineralien.
Geeignet sind: Äpfel, Trauben, Banane, Birne, Orange, Mandarine, Pflaume,
Kirsche, Erdbeere, Gurke, Kohlrabi, Möhre, Salat, Sauerampfer,
Hirtentäschelkraut, Vogelmiere, Löwenzahn, Vogelbeeren, Holunder, Sanddorn,
Hagebutte, Himbeere und Heidelbeere. Mineralien und Kalk findet der Vogel
ausreichend im Vogelsand. Vögel lassen sich durch wiederholtes anbieten
an verschiedenes Futter gewöhnen. Eine schöne Beschäftigung für die Tiere
sind Gitterbälle gespickt mit Kolbenhirse, Salat oder Vogelmiere. Diese
können erobert und erlegt werden. Gewürzte Speisen und Milchprodukte
dürfen nicht gefüttert werden.
Pflege:
Agaporniden benötigen eine höhere Luftfeuchtigkeit, als normalerweise in
unseren Wohnräumen vorherrscht. Deshalb ist eine Badeschale sehr wichtig.
Außerdem kann man sie ab und zu mit einer Wassersprühflasche benebeln.
Gefahrenquellen wie gekippte Fenster, heiße Herdplatten, tiefe mit Wasser
oder anderen Flüssigkeiten gefüllte Gefäße oder giftige Zimmerpflanzen
sollten vor dem Freiflug aus dem Zimmer entfernt werden. Auch geöffnete
Türen können zu Fallen werden. Sie nutzen sie gerne als Sitzgelegenheit.
Wird diese Tür geschlossen kann es zu Verletzungen kommen.
115) Wo sollte der Standort des Käfigs sein?
a) an einer hellen, zugluftfreien Stelle
b) auf der Schrankwand
c) auf dem Fußboden
116) Was gehört nicht auf den Speiseplan?
a) Kolbenhirse
b) gewürzte Speisen und Milchprodukte
c) Grünfutter
117) Was sollte vor dem Freiflug der Vögel geschlossen werden?
a) Wasserhahn
b) Fenster
c) Kühlschrank
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