Heimtierdiplom

32. Woche - Wasserschildkröten




In Beitrag 21 wurden bereits die Landschildkröten behandelt und ihre rund 250 Mill.
Jahre alte Entwicklungsgeschichte. Die Geschichte der Wasserschildkröten ist die
gleiche. Nicht behandelt werden in diesen Beiträgen die Sumpfschildkröten, die
aber mit dazu gehören. Im Laufe der Evolution haben sich aus der gemeinsamen
Urform rund 200 derzeit bekannte Arten entwickelt, die sich nach
Gruppenmerkmalen wie folgt unterscheiden:

Wasserschildkröten, Lebensraum: verlässt nur selten das Wasser, Nahrung:
überwiegend tierische, Unterschiede der Füße: Schwimmhäute, Unterschiede des
Panzers: flach
Sumpfschildkröten, Lebensraum: Land und Wasser, Nahrung: überwiegend
tierische, Unterschiede der Füße: Schwimmhäute rudimentär bis fehlend,
Unterschiede des Panzers: flach bis gewölbt
Landschildkröten, Lebensraum: Land, Nahrung: überwiegend pflanzliche,
Unterschiede der Füße: säulenartig, keine Schwimmhäute, Unterschiede des
Panzers: rund gewölbt

Allgemeines:
Zu beachten ist, dass in der Regel Artenschutzbestimmungen bestehen und auch
für Tiere aus Nachzucht (Regelfall für gehandelte Arten) Herkunftsnachweise
ausgestellt werden müssen. Der Fachhandel ist sachkundig und veranlasst das
artabhängig Notwendige.
Schildkröten können 60 bis 80 Jahre alt und damit zu echten Erbstücken werden.

Haltung:
Schildkröten erreichen respektable Größen. Das sollte beim Erwerb eines
Aquariums oder Terrariums beachtet werden, also gleich so groß wie möglich. Als
Grundfaustregel gilt sowohl für Wasser- als auch Sumpfschildkröten, dass die
Flächenaufteilung von Land zu Wasser 2/3 zu 1/3 beträgt. Aufteilungen von 50 zu
50% sind unter Berücksichtigung der gehaltenen Art auch tolerabel. Die Höhe des
Wasserstandes und Unterwassereinbauten richten sich stark nach der jeweiligen
Art. Guten Schwimmern sollte mehr Freiraum gewährt werden, weniger guten mit
Einbauten die Möglichkeit des Kletterns.
Schildkröten haben keine Möglichkeit, die Körpertemperatur selbst zu regulieren,
sind also von der Umgebungstemperatur abhängig. Mit HQL - Lampen wird deshalb
auf dem Landteil ein Aufwärmplatz geschaffen, der artabhängig 22 bis 30°C haben
soll. Wichtig für den Knochenbau der Schildkröten ist ein UV-Anteil der
Wärmelampen. Achten Sie darauf, dass sich zwischen Wärmequelle und
Aufwärmplatz keine Glasscheiben befinden, da diese wie UV-Filter wirken und
damit die beabsichtigte Wirkung verloren geht.

Nahrung:
Wasserschildkröten leben in der Natur von Insekten, Wasserlebewesen, kleinen
Fischen, Würmern. In der Heimtierhaltung kann zusätzlich mit fettfreiem Rindfleisch
(durch den Wolf gedreht) und Forellenfilet gefüttert werden. Auch Bachflohkrebse
und Pellets bieten sich an. Als pflanzliche Beikost können Wasserpflanzen,
Löwenzahn, Kopfsalat etc. pp verwendet werden. Besonders Jung- und Muttertiere
benötigen Kalkzugaben in Form von Hühnereierschalen. Bei Futterzusätzen wie
Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen lassen Sie sich am besten im
Fachhandel und ggf. vom Tierarzt beraten.

91) Schildkröten werden unterteilt nach
a) Wasser-, Sumpf- und Landschildkröten
b) Berg-, Baum- und Erdschildkröten
c) Wiesen-, Moor- und Teichschildkröten

92) Wozu wird die UV-Strahlung benötigt?
a) für eine gesunde Verdauung
b) für eine stabile Nierenfunktion
c) für einen gesunden Knochenbau

93) Welchen Zweck sollen die Eierschalen von Hühnern erfüllen?
a) die Zuführung von Eiweißen
b) die Zuführung von Kalk
c) die Zuführung von Phosphat



Stand 01.09.2005