Heimtierdiplom

31. Woche - Fadenfische




Fadenfische und Guramis gehören zur Familie der Kletterfische. Die
Familienbezeichnung "Kletterfische" leitet sich von dem Umstand ab, dass einige
Arten in den Abend- und Nacht-stunden ihr nasses Element verlassen und über
Land zum nächst nahe gelegenen Gewässer wandern, wobei dieses nicht grundlos
und ohne Not erfolgt. Es handelt sich einfach um eine Anpassung an den
Lebensraum. Hintergrund ist, dass die in Tümpeln und flachen Teichen lebenden
Tiere bei Futtermangel oder drohender Austrocknung nur eine Überlebenschance
durch den Standortwechsel haben. Auch die Zeit des Umzuges ist nicht zufällig.
Erst die Nacht mit feuchtem Boden und feuchten Gräsern schützt die Tiere bei der
Wanderung vor Austrocknung. Trotz aller Anstrengungen zur Erhaltung des Lebens
ist die Lebenserwartung von in stehenden Gewässern lebenden Kletterfischen nur
gering. In fließenden Gewässern lebende Arten erreichen dagegen ein Alter bis zu
10 Jahre und Längen bis zu 80cm. Einige Gurami-arten werden als Speisefische
verwertet. Guramis sind Allesfresser und als solche teilweise auch Raubfische. Es
gibt Schaumnest bauende und Maulbrutpflege betreibende Arten.

Große Schwankungen gibt es bei den Temperaturbereichen, in denen die einzelnen
Arten leben. Allgemein gültige Empfehlungen zur Haltung und Pflege sind damit für
Fadenfische und Guramis kaum zu geben. Zweckmäßig ist es, sich entweder die
Informationen zur Art am Aquarium selbst anzusehen oder sich vom Fachpersonal
beraten zu lassen. In jedem Falle ist bei der Haltung dieser Arten auf eine
Aquarienabdeckung zu achten, da die Fische gute Springer sind.

Vielfach werden Makropoden und Kampffische den Kletterfischen mit zugeordnet,
haben aber nur das Labyrinthorgan mit ihnen gemeinsam. Dieses Organ steht in
keinem Zusammen-hang mit dem Labyrinth des Gleichgewichtsorgans. Simpel
ausgedrückt handelt es sich um ein schlauchartiges Organ, das wie ein Labyrinth
aussieht und in das der Fisch atmosphärische Luft drücken und sich den Sauerstoff
nutzbar machen kann. So ist es ihm möglich, auch in sauerstoffarmen Gewässern
zumindest zeitweise zu überleben. Dieses Labyrinth ist übrigens nicht die einzige
Strategie, die von der Natur entwickelt wurde. Kiemensack- und Darmatmung
funktionieren nach dem gleichen Prinzip, nur das ein anders Organ die Funktion
übernimmt. Anders als bei echten Lungenfischen, die über keine Kiemenatmung
mehr verfügen, können diese Varianten die Kiemenatmung nicht vollständig
ersetzen.
Fadenfische und Guramis bevorzugen schattigere Bereiche, d.h. sie stellen sehr
geringe Ansprüche an die Beleuchtung. Um Konflikte mit den Wasserpflanzen zu
vermeiden, die für die Photosynthese eine deutlich höhere Beleuchtung fordern,
sollten solche Pflanzen eingesetzt werden, die genügend Schwimmraum für die
Fische lassen, aber mit großen Blättern genügend Schattenräume bieten, ohne die
Fische am Erreichen der Wasseroberfläche zu hindern.

94) Fadenfische gehören zur Familie
a) der Barsche
b) der Kletterfische
c) der Regenbogenfische

95) Fadenfische haben
a) eine Lungenatmung
b) eine Kiemenatmung
c) eine Kiemenatmung mit zusätzlichem Labyrinth

96) Die durchschnittliche Lebenserwartung von in stehenden Gewässern lebenden
      Fadenfischen ist
a) größer in fließenden
b) gleich der in fließenden
c) geringer als in fließenden



Stand 10.08.2005