Heimtierdiplom

29. Woche - Koi




Koi ist kein Begriff, der dem täglichen Sprachgebrauch entstammt. In sofern kann
auch nicht erwartet werden, dass bei der Verwendung des Begriffs jeder wie
elektrisiert aufhorcht. Das Wort Koi bekommt jedoch sehr schnell eine andere
Bedeutung, wenn bekannt wird, dass die Rede von Weltmarktpreisen ist, die sich
durchaus in Höhe von gut ausgestatteten Kleinwagen bewegen können. Rational
erklären lässt sich dieses nicht, denn letztlich steht nichts anderes dahinter als ein
Fisch, den man auch als Nahrungsmittel verwenden könnte. Spätestens an dieser
Stelle ist der Aufschrei der Koi- Kenner und Liebhaber über soviel Ignoranz und
Unwissenheit wohl unvermeidbar. Aber Hobby folgt keinem rationalen Denken,
sondern hat eigene Gesetze. Für den heimischen Gartenteich bietet der
Fachhandel weit preiswertere Exemplare so ab 5,-€ aufwärts an, und die sind
auch ganz ansehnlich.

Geschichtliches:
Die Urform des Koi geht auf den schwarzen Karpfen zurück, dessen
Verbreitungsgebiet im Schwarzen Meer, dem Kaspischen Meer, im Aralsee und in
China lag, wo er bereits vor über 2500 Jahren ein begehrter Speisefisch war.
Gelegentliche Farbmutationen führten jedoch zu farblich andersartigen Fischen mit
dem Nimbus des Übernatürlichen. Diesen Fischen rettete die Farbe nicht nur das
Leben. Ihnen wurde auch eine extra Pflege in Teichen zuteil. Dass sowohl die Wild-
als auch die Farbkarpfen den Weg nach Japan fanden, wird kriegerischem und
religiösem Geschehen zugeschrieben. Im Gegensatz zu China fanden hier jedoch
auch Farbkarpfen den Weg in die Fischsuppe und Bratpfanne, da ihre Zucht
zunächst ausschließlich der Nahrungssicherung diente. In diese Zeit fällt wohl
auch die Entstehung des Begriffes "Koi" aus der (vermutlichen) Ableitung von der
Bezeichnung des Wildkarpfens "Magoi", was letztlich auch nichts anderes als
Karpfen bedeutet. Verständlich ist, dass Japan mit dieser züchterischen Erfahrung
geradezu prädestiniert war für den Übergang zur Zierfischzucht der Kois, wobei in
diesem Zusammenhang der Begriff "Zierfisch" keinesfalls mit Aquarienfisch
gleichgesetzt werden darf.

Haltung:
Kois erreichen Größen bis zu einem Meter. Als Faustregel rechnet man 1000 Liter
Wasser pro Fisch. In Gartenteichen gehalten kann der Koi durchaus überwintern,
wenn die Teichtiefe 1,30m und mehr beträgt.
Leistungsfähige Filteranlagen sind erforderlich, da die Tiere sehr viel Mulm
aufwühlen. Lassen Sie sich zur Teichtechnik am besten im Fachhandel beraten.
Bei einer eventuellen Bepflanzung des Gartenteiches muß darauf geachtet werden,
dass genügend Freiraum für die Fische erhalten bleibt.

Nahrung:
Der Fachhandel bietet spezielles Koi- Futter an, dass den Bedürfnissen der Fische
durch seine ausgewogene Zusammensetzung am ehesten gerecht wird. Insekten,
Käfer und Würmer, die in der eisfreien Jahreszeit in den Teich fallen, werden als
Zusatzfutter gern angenommen.

82) Der Koi gehört zu
a) den Barschen
b) den Karpfen
c) den Welsen

83) Mit wie viel Liter Wasser rechnet man pro Koi?
a) 100 Liter
b) 1000 Liter
c) 10000 Liter

84) Wie tief muß der Gartenteich bei Überwinterung mindestens sein?
a) 1,30m
b) 1,50m
c) 2,00m



Stand 10.08.2005