Arten: Hausratte und Wanderratte; beide zur Familie der echten Mäuse gehörig
Die Ratte - allgegenwärtig, verhasst, bekämpft, als hässlich und Ekel erregend
empfunden und als Überträger von Geißeln der Menschheit gefürchtet, so stellt sich
das Bild der Ratte dar. Jedoch, es ist ein Zerrbild, auch wenn nicht bestritten
werden kann, dass Ratten die Ausbreitung von Seuchen und Epidemien
beförderten. Die allein Schuldigen waren sie jedoch nicht. Die gelehrigen Tiere
fanden schon sehr früh heraus, dass die Nähe zum Menschen und dessen
Vorratskammern sich äußerst vorteilhaft auf die eigene Nahrungsbeschaffung
auswirkte. Es waren die Menschen, denen der Zusammenhang zwischen Hygiene
als Präventivmaßnahme und Ausbreitung von Seuchen lange Zeit verborgen blieb.
So wurde die Ratte auf den Thron des Erzfeindes des Menschen gehoben und über
Jahrtausende ein beispielloser Ausrottungsfeldzug geführt, jedoch ohne Erfolg.
Zeitweise wurde für die Ablieferung getöteter Tiere sogar eine Fang- und
Abschussprämie gezahlt.
Als "blinde Passagiere" auf Schiffen umreisten sie die Welt. "Die Ratten verlassen
das sinkende Schiff" - eine auf Tatsachen beruhende Verhaltensweise der Tiere hat
sich in übertragenem Sinne bis in die heutige Zeit erhalten.
Ein über Jahrtausende gewachsener und genährter Vorbehalt gegen die Tiere baut
sich nicht so schnell ab. Nichts desto trotz finden auch Ratten ihre Liebhaber, und
heute mehr denn je.
Inzwischen sind auch die Kenntnisse über Ratten weitaus fundierter und
versachlicht.
Ratten leben als Rudeltiere mit fester sozialer Rangordnung wie wir sie auch von
Wölfen kennen. Nachgesagt wird den Ratten, dass bei unbekanntem oder
zweifelhaftem Nahrungsangebot sich ein Tier des Rudels opfert und erst wenn es
überlebt, die Nahrung auch vom Rudel angenommen wird. Tatsache ist, dass
Ratten sehr anpassungsfähige und intelligente Tiere sind, die ohne große Mühe
handzahm werden. Beim Futter stellen sie als Allesfresser keine hohen
Ansprüche, was aber nicht besagt, dass man die Tiere einfach zur lebenden
Biotonne degradieren darf. Ein ausgewogenes Körnerfutter mit zusätzlichem
Angebot an frischem Obst und Gemüse sowie etwas Heu sollte Ihnen Ihr Pflegling
schon wert sein. Ratten benötigen vergleichsweise viel Wasser zum Trinken. Man
rechnet etwa eine Wassermenge, die ca. 10% des Körpergewichts entspricht. Das
es täglich frisch ist und ggf. mit einigen Vitamintropfen angereichert wird,
versteht sich von selbst.
Wild lebende Tiere müssen sich ihre Nahrung suchen und legen dazu erhebliche
Wege zurück. In der Heimtierhaltung wird dem Pflegling die perfekte Nahrung
mundgerecht serviert und gleichzeitig dem Bewegungsdrang Grenzen gesetzt, was
die Tiere sehr leicht Fett ansetzen lässt. Der Auslauf in der Wohnung kann dem
entgegen wirken, ist aber nicht ganz unbedenklich. Unbeaufsichtigt sollte ein
solcher "Freigang" nie erfolgen. Möglichkeiten zum Verkriechen in, auf oder unter
Einrichtungsgegenständen müssen vorher ausgeschlossen werden. Ratten gehören
zu den Nagetieren und sie verhalten sich naturgemäß. Freiliegende Elektrokabel
bedeuten für alle Beteiligten Alarmstufe rot und sollten deshalb unbedingt entfernt
werden. Führt das Kabel Strom, endet meist das Leben der Ratte vorzeitig. Wird
es zu einem späteren Zeitpunkt unter Spannung gesetzt, entstehen unkalkulierbare
Gefahren für Mensch und Gebäude.
Ratten setzen Urin ab, dessen Geruch unangenehm empfunden wird. Die
permanente Reinigung des Käfigs, Terrariums oder Aquariums, in dem die Ratte
gehalten wird, stellt deshalb eine Unumgänglichkeit dar, auch um sonst möglichen
Konflikten mit anderen Hausbewohnern aus dem Wege zu gehen, da
Geruchsbelästigungen nicht widerspruchslos hingenommen werden müssen.
73) Ratten gehören zu
a) den Reptilien
b) den Nagern
c) den Vögeln
74) Ratten leben
a) als Einzelgänger
b) in Paaren
c) in Rudeln
75) Als Heimtier gehaltene Ratten neigen
a) zur Magersucht
b) Fettsucht
c) weder zur Mager- noch zur Fettsucht
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