Rund 70% der Oberfläche unseres blauen Planeten ist mit Wasser bedeckt -
ein schier unüberschaubarer Lebensraum, dem vor Millionen von Jahren einst
die Wesen entstiegen, von denen die Landwirbeltiere und unsere Ur-, Ur-, ...
usw. Vorfahren abstammen. Heute ist uns dieser Lebensraum fremd geworden,
ja selbst die natürliche Fähigkeit zu schwimmen ging verloren und muß erst
wieder erlernt werden.
Sei es das Aquarium bei Verwandten oder Bekannten, in einer zoologischen
Handlung, einem Tierpark oder Zoo, die Faszination des Unterwasserlebens zieht
uns immer wieder unweigerlich in ihren Bann, und der Wunsch nach mehr Wissen
darüber wird wach. Möglicherweise keimt auch der Gedanke, sich selbst ein Stück
dieser Welt in das eigene Heim zu holen.
Spätestens dann, wenn die Idee in ernsthaftes Wollen umschlägt, ist der erste
Stolperstein erreicht. Daß Hammerhai oder Pottwal für ein heimisches Aquarium
ausscheiden, bedarf nicht sonderlicher Erklärung. Die trotzdem noch verbleibende
Vielfalt der Arten, die für eine Aquarienhaltung geeignet sind, erfordert sorgfältige
Überlegung, denn manches geht überhaupt nicht und vieles auf Dauer nicht gut,
weil die unterschiedlichen Lebensräume unserer potentiellen Kandidaten auf
einem so kleinen Lebensraum wie dem Aquarium nicht für alle gleichermaßen gut
nachgebildet werden können. Auch andere Faktoren, wie verfügbarer Platz und der
Freiheitsgrad der Bewegung zwischen Daumen und Zeigefinger, üben
maßgeblichen Einfluß auf das Machbare aus. Die Einrichtung eines Aquariums
erfordert deshalb weit mehr Überlegungen im Vorfeld der Anschaffung, als
angenommen wird. Einfach wild entschlossen wahllos die Anschaffung und
Einrichtung eines Aquariums in Angriff zu nehmen, wird in einem Desaster enden
und jede Freude am neuen Hobby nehmen.
In den beiden einführenden Teilen zum Thema Fische wollen wir uns deshalb mit
den Überlegungen beschäftigen, die angestellt werden sollten, bevor auch nur ein
Euro ausgegeben wird. Wer Tiere hält, übernimmt auch Verantwortung. Das gilt für
Fische genau so wie für Hund und Katze, wobei letztere noch die Möglichkeit
haben, sich zu einem beklagenswerten Leben durch ihr Verhalten zu äußern. Ein
Fisch kann dieses nicht. Er kann sich nur stumm und ergeben in sein Schicksal
fügen, was zu einem sehr langen Leidensweg werden kann. Getreu der uns selbst
auferlegten Verpflichtung "cura animalis - behütete Tiere" werden wir deshalb nicht
müde, immer wieder für eine artgerechte Haltung der Pfleglinge zu werben, zum
Wohle der Tiere, die es mit einer überwältigenden Farbenpracht zur Freude des
Menschen danken.
Lesen Sie im nächsten Beitrag einiges zu den verschiedenen Lebensräumen der
Fische, Unterschiede der Süßwasser- und Meerwasseraquaristik. Im dritten und
letzten einführenden Teil für unsere Aquarianer möchten wir dann helfende Hinweise
bei der Einrichtung eines Aquariums geben.
4) Wer passt in unser Aquarium?
a) Pottwal
b) Wellensittich
c) Schwertträger
5) Was bedeutet "Cura Animalis"?
a) behütete Tiere
b) animalisches Leiden
c) tierische Kur
6) Wieviel Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt?
a) 30
b) 57
c) 70
|